Ägypten - Alexandria
Aids-Aufklärungskampagne für Jugendliche

„Ist Aids ansteckend?“ Das ist eine von vielen Fragen, die die Mitarbeiter des Caritas-Aidstelefons in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria täglich beantworten müssen. Ebenso wie andere besorgte Fragen nach Symptomen, Auswirkungen und Heilungschancen einer Krankheit, die im islamischen Ägypten noch immer als gerechte Strafe für sexuelle Freizügigkeit gilt.

Jahrelang wurde die Existenz des HIV/Aids-Virus in Ägypten todgeschwiegen. Bis heute sind nur einige hundert Aidsfälle registriert, obwohl sich der Virus seit Mitte der 80er Jahre im Land ausbreitet. In den letzten 10 Jahren hat sich die Infektionsrate in den städtischen Ballungsgebieten nahezu verdoppelt. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in den dichtbevölkerten Großstädten Kairo und Alexandria sind betroffen. Doch gerade sie wissen noch immer erschreckend wenig über die Krankheit und ihre Übertragung.

HIV/Aids-Prävention für Schüler und Risikogruppen
Die Aids-Aufklärungskampagne der Caritas in der Hafenstadt Alexandria richtet sich deshalb gezielt an Schüler in Sekundarschulen und an Risikogruppen wie straffällige Jugendliche und jungendliche Patienten einer Spezialklinik für sexuell übertragbare Krankheiten. Sie bietet HIV-gefährdeten Jugendlichen kostenlose HIV-Tests und individuelle Beratung durch erfahrene Ärzte.

Mobilisierung für Anti-Aids-Clubs
In 23 Sekundarschulen hat das Caritas-Projekt die Einrichtung so genannter Anti-Aids-Clubs gefördert. Deren Programme ermutigen die Schüler, sich kreativ mit der Aids-Problematik zu beschäftigen und eigene Ideen für eine altersgerechte HIV/Aids-Aufklärung zu entwickeln.

Lebenshilfe durch Aids-Hotline und Selbsthilfegruppen
Für viele ratsuchende Jugendliche in Alexandria ist die Aids-Hotline der Caritas der rettende Anker in einem Meer von Schweigen und Ignoranz. Hier können sie ihre Fragen und Ängste loswerden - anonym und ohne Furcht stigmatisiert zu werden. 11 Stunden täglich sind die Mitarbeiter des Aidstelefons „am Draht“, geben Rat und lebenswichtige Hinweise – wie etwa auf die „support groups“. Das sind Selbsthilfegruppen, in denen HIV-infizierte Jugendliche gruppentherapeutische Unterstützung erhalten. In diesen Gruppen können sie ihre Erfahrungen mit der Krankheit untereinander austauschen und sich gegenseitig darin bestärken, ihre Rechte in einer Gesellschaft einzufordern, die das Thema Aids noch immer weitgehend tabuisiert. Für den 19-jährigen HIV-positiven Hassan waren die Schicksalsgenossen in „seiner“ Selbsthilfegruppe die Rettung: Ihre emotionale und praktische Unterstützung holte ihn aus der tiefen Depression, in die ihn die Nachricht von seiner HIV-Infektion gestürzt hatte.

 

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