Kenia - Nairobi
Berufsausbildung
für HIV/Aids-gefährdete Mädchen

In Kariobangi, einem der größten Slums am Rande von Kenias Hauptstadt Nairobi, hat nur jeder vierte Bewohner Arbeit. Der Rest lebt von der Hand in den Mund. Vor allem Frauen und junge Mädchen haben kaum eine Chance auf Ausbildung oder Arbeit. Wenn die Familien überhaupt Schulgeld bezahlen können, investieren sie es in ihre Söhne. Da aber auch die Mädchen zum Familieneinkommen beitragen müssen, bleibt vielen nur der Gang in die Prostitution. Ein nahezu sicherer Weg in Krankheit und Tod angesichts der hohen HIV-Infektionsrate in Kenia.

Ausbildung im Frauenförderungsprojekt
Seit einigen Jahren bietet das Frauenförderungsprojekt KWPP des Comboni Ordens jährlich rund 120 Mädchen und jungen Frauen aus Kariobangi eine handwerkliche Ausbildung und Beratung auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit.

Arbeitsvermittlung und On-the-Job-Beratung
Ausgebildet werden die 13- bis 30-jährigen Mädchen und Frauen in Schneiderei, Modedesign, Stricken, Weben, Batiken und im Färben von Stoffen. Sie lernen Lesen und Schreiben und können sich in Zusatzkursen Grundlagen der Geschäftsführung erwerben. Nach der Ausbildung bekommen sie Hilfe bei der Jobsuche und – bei erfolgreicher Vermittlung – eine on-the-job Beratung am neuen Arbeitsplatz. Berufsanfängerinnen werden mit Kleinkrediten beim Start in die Selbstständigkeit unterstützt.

Stärkung des Selbstbewusstseins
Viel zu frühe und ungewollte Schwangerschaften und die hohe Rate der HIV/Aids-Infizierung in Kariobangi nehmen vor allem jungen Mädchen jeglichen Lebensmut. Deshalb bietet ihnen das KWPP-Projekt neben einer qualifizierten HIV/Aids-Aufklärung auch emotionale Unterstützung durch eine individuelle Beratung, die Selbstbewusstsein und Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen stärken sollen. Regelmäßige Hausbesuche und Sozialarbeit mit den Familien besonders gefährdeter Mädchen ergänzen die sozialpsychologische Betreuung.

 

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